Let me google that: Endlich Krypto Werbung

Zusammenfassung ↬

Google erlaubt Kryptowerbung in ihren AdWords und macht damit einen 180 Grad Schwenk von vor einigen Jahren. Das Gute dabei ist, auch in anderen Ländern gilt die Neuregelung.

laptop mit google seite und bitcoin litecoin ethereum logo Manche Dinge existieren ja erst, sobald sie bei Google sichtbar sind. Dazu gehören (logisch!) Profile irgendwelcher C-Prominenz, News über das tagesaktuelle Geschehen in der Welt und eben Werbeanzeigen. Bei letzterem Punkt war es jedoch immer so, dass die sogenannten „Google Ad Words“ von Seiten des Suchmaschinenbetreibers streng reglementiert wurden. Das ist in der Casinobranche übrigens ähnlich, wir sind dennoch der Meinung, irgendwann auch Krypto Casino Werbung bei Google sehen zu werden.

So durfte hier lange Zeit auch keine Werbung für Glücksspiel oder Alkoholika stehen. Mit pornografischen Inhalten tut sich das Unternehmen aus Mountain View, Kalifornien, auch weiterhin schwer. Logisch: Steht doch der Jugendschutz im Vordergrund und verändert sich – je nach Nutzerverhalten – auch ganz schnell mal die Vorschlagsliste darunter. Das könnte schnell zu peinlichen Momenten führen.

Jetzt haben die Jungs mit dem Doppel-O allerdings einen ganz interessanten Schritt gewagt, und die eigenen Richtlinien in Punkto Krypto-Werbung geändert. Damit wird „per se“ grünes Licht gegeben, für Firmen, die im Kryptobusiness tätig sind und ihr Geld ferner durch Google Ads verdienen wollen. Damit verändert sich auch der Status Quo in den USA.

Denn wer über die weltweit größte Suchmaschine bisher Werbung im Bereich Coins schalten wollte, konnte das bisher nur unter sehr strengen Auflagen und nur im Staatsgebiet der vereinigten Staaten von Amerika machen. Das liegt vor allem daran, dass die USA beim Thema Krypto wesentlich weiter ist, wie Fidelty zeigt. Immerhin legt der Vermögensverwalter Teile der Altervorsorge jetzt in Bitcoins an. Klar, kann der User natürlich einen Proxy benutzen: Aber wer würde dies nur für Werbung tun? Vermutlich niemand!

Aktualisierung der eigenen „Financial products and services policy“

Bei einem globalen Wirtschaftsunternehmen wie dem US-Konzern Google passiert zudem nichts zufällig. Jede Änderung der eigenen Nutzungsbestimmungen und Richtlinien wird genau debattiert und das Für und Wider einer Änderung muss erst durch mehrere Gremien. Dass macht den Dinosaurier Google zwar nicht gerade schnell, sorgt aber, wenn das Gesetz dann endlich durch ist, für die nötige legale Grundlage auf die jederzeit Verlass ist.

Deshalb müssen interessierte Firmen auch noch bis zum 7. Juli 2022 warten, bis die Aktualisierung der „Financial products and services policy“-Richtlinie final beschlossen wird. Dass die neue Regel kommt, ist jedoch bereits sicher. Was aber besonders erfreut: Sie wird auch für Firmen und Börsen außerhalb der USA gelten und erlaubt es damit in vielen weiteren Ländern, Kryptodienste anzupreisen. So können zum Beispiel Wallet-Anbieter und Krypto-Börsen in Deutschland, Frankreich, auf den Philippinen und in Nordkorea Südkorea bald Krypto-Werbung schalten.

Als letzte Bedingung gelten dann nur noch die abschließende Lizenzierung und Zertifizierung von Google und natürlich der jeweiligen lokalen Aufsichtsbehörde. Sollte die Werbung aber nicht gegen anderes geltendes Recht (zum Beispiel: Betrug oder Täuschung) verstoßen, steht Crypto Ads wenig bis nichts mehr im Wege.

In Deutschland ist dafür übrigens die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuständig. Auch wenn in der Behörde sicher keine Kryptoenthusiasten oder ausschließlich Digital Natives arbeiten, so gilt ein Durchwinken seriöser und gut gemachter Kryptowerbung aus Deutschland als gesichert.

Auflagen für andere Länder gibt es trotzdem

Trotzdem werden die neuen Krypto-Ads nicht in jedem Staatsgebiet so liberal gehandelt. So gibt es auch weiterhin Einschränkungen für einige Länder, denen Google nicht die volle Souveränität über die Kryptowerbung zusprechen wollte. Dazu zählen so unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Hongkong und Thailand. Hier dürfen lediglich ein paar handverlesene Krypto-Börsen unter weiterhin strengen Auflagen die Ads bei Google schalten. Nordkorea ist da nochmal gesondert zu betrachten, das Land bemüht sich um Kryptos generell lieber illegal

Warum es ausgerechnet die VAE getroffen hat, darf wohl nur gemutmaßt werden. Insider sagen, dass der aufstrebende Krypto-Boom der arabischen Staaten eine Bedrohung für den Google-Konzern darstellt. Denn wenn der Handel mit den unterschiedlichen digitalen Coins in diesen Ländern immer weiterwächst, könnte dies bald zu einem Überangebot an Kryptowerbung aus Nahost führen.

Gut möglich, dass der US-Konzern diesem einen Riegel vorschieben möchte. Bei Hongkong und Thailand gestaltet sich die Einschätzung schon schwieriger. Hier könnten jedoch die Chinesen ihre Kryptohände im Spiel haben und über den „kurzen Dienstweg“ ein Veto bei Google erwirkt haben. Offiziell prüfen lässt sich dieser Verdacht aber natürlich leider nicht.

Zusammengefasst kann man aber sagen, dass Google mit der Entscheidung, endlich Kryptowerbung auf seiner Suchmaschine zuzulassen, erneut einen volatilen Weg gewählt hat. Der Suchgigant hatte jüngst sämtliche Werbemaßnahmen bezüglich Kryptos im März 2018 untersagt, lockerte dann aber durch unterschiedliche Novellen sein Regelwert Stück für Stück wieder.

Auch die automatische Wechselkurserkennung funktioniert seit einigen Monaten endlich problemlos und rechnet bei Eingabe in das Suchfeld automatisch in jede beliebige Währung um. Damit haben die Google-Macher wohl den guten Rat der Zeit erkannt und gehen die jüngsten Kryptoentwicklungen endlich wieder mit.

Fazit: Die Zukunft bleibt digital – wenn man sie lässt

Bis zum Juli wird sich für dich aber vermutlich nicht viel ändern. Auch bleibt es fragwürdig, ob die Coin-Ads bei funktionierendem Ad-Blocker überhaupt ausgespielt werden. Doch hier war Google in den letzten Monaten bereits sehr findig und probierte neue Möglichkeiten der Werbung aus, die der Nutzer nicht so einfach blockieren kann.

Trotzdem begrüßen wir diese Entwicklung auf allen Ebenen: Denn sie zeigt, was möglich ist in der digitalen Welt der Kryptowährungen. Endlich springt auch ein großer Tech-Konzern wie Google wieder auf das Bitcoinschiff auf und blockiert sich nicht durch unsinnige Regularien selbst. Und wer weiß? Vielleicht erkennen die US-Suchmaschinenpioniere irgendwann auch die geballte Strahlkraft der Kryptos und bieten ihre eigene Börse an. Google Trade? Wir bleiben neugierig.