Die arabische Welt der Kryptos

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Dubai hat als erstes arabisches Land beschlossen Kryptowährungen in das gesellschaftliche Leben einzubauen. Dabei werden mit Gesetzen von Beginn an Grundlagen für eine geordnete Kryptonutzung geschaffen. Sicher ist, auch die anderen Länder in den VAE werden folgen.

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In letzter Zeit häufen sich immer mehr Berichte, dass die Akzeptanz verschiedener Kryptowährungen auch in arabischen Ländern zunimmt. Dabei handelt es sich um keinen Einzelfall – denn nicht nur die Scheichs haben das hohe Wirtschaftspotential der unterschiedlichen digitalen Währungen erkannt. Auch die weltweiten Börsen reagieren auf den Boom und expandieren immer mehr in diese Region. Doch woher kommt der plötzliche „Kryptohunger“ der arabischen Liga? Ist die Entwicklung dabei nur ein Strohfeuer oder schon die wirkliche Revolution?

Die VAE im Krypto-Rausch

Als erster Staat im Nahen Osten hat Dubai ein fortschrittliches Krypto-Gesetz formuliert, um einen sicheren regulatorischen Rahmen für virtuelle Vermögenswerte zu schaffen. Diese Entwicklung kommt schon überraschend, denn noch immer werden viele alltägliche Geschäfte in der dort heimischen VAE-Dirham-Währung abgewickelt.

Allerdings vollzieht sich hierbei ein sprichwörtlicher „Bruch“ durch die Gesellschaft: Während bei Geschäftsleuten eher der US-Dollar oder digitale Währungen hohe Beliebtheit genießen, bedient sich die Landbevölkerung tatsächlich eher bei der Bargeldwährung. Zwar sind über 80 Prozent (eine gute Quote!) der Einwohner von Dubai mittlerweile Inhaber eines Bankkontos, doch mit Bargeld werden immer noch viele kleinere bis mittlere Transaktionen abgewickelt.

Mit dem nun neuen Gesetz will der Staat dabei ein Zeichen setzen: Diese Regulierung soll den Umgang mit jeglichen Kryptogeschäften im Emirat erlauben, dabei aber auch großen Wert auf Governance legen, etwa indem internationale Richtlinien zur Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche berücksichtigt werden. Denn auch in dem arabischen Staat kämpft die Regierung – nicht verwunderlich – mit Korruption und Schwarzgeldproblemen.

Dabei wird zweigleisig gefahren: Zum einen möchte man mit den eigentlichen Vermögenswerten auch im 21. Jahrhundert weiterhin wettbewerbsfähig bleiben, zum anderen aber auch internationalen Investoren, die in Dubai investieren möchten, die passende Sicherheit und Plattform bieten.

Kryptobörse goes Dubai!

Allein mit einer Gesetzesänderung ist es jedoch nicht getan. Auch das Mindset der Bevölkerung muss sich entsprechend verändern, soll mit Kryptos eine neue Erfolgsgeschichte geschrieben werden.

Was man aber, im Gegensatz zu anderen Staaten, direkt richtig machen will, ist das Thema regulatorische Sicherheit. Gerade in der volatilen Welt vieler Coins, soll durch Staatshilfen und Erleichterung eine Preisstabilität erzielt werden, bei der sich manch ein europäischer Staat (Hallo Deutschland!) noch eine Scheibe von Abschneiden könnte. Auch bei der Lizenzierung geht Dubai den richtigen Weg: So haben bereits FTX sowie Binance im März 2022 die Lizenz für Kryptogeschäfte in Dubai erhalten. Ein logischer Schritt. So kann der Anbieter Binance etwa, dank der Lizenz, seine Börsenprodukte und Dienstleistungen auf vorqualifizierte arabische Investoren ausdehnen.

Außerdem kann damit im Dubai World Trade Center ein dezidiertes Blockchain-Technologiezentrum aufgebaut werden, welches weltweit seinesgleichen suchen wird. Denn eines, das weiß man bereits, wenn die Scheichs etwas anpacken, dann wird es gleich eine ganze Nummer größer als im Rest der Welt. Und das zeigt sich auch bei den Kryptos: Aus Erfahrung der anderen Länder zu lernen und Kinderkrankheiten gleich im Keim zu ersticken.

Dubai ist erst der Anfang

Weitere arabische Länder werden folgen, dabei ist die Kryptoakzeptanz in Dubai keine Nebelkerze. Wenn das Modell Erfolg hat, und damit rechnen viele internationale Experten sehr stark, werden auch andere arabische Länder diesem Beispiel folgen. Denn die VAE bestehen insgesamt auch sieben verschiedenen Emiraten. Davon ist Dubai nicht das einzige Scheichtum in der Region des Persischen Golfs, welches in Kryptowährungen ein großes Potential als zukünftigen Wirtschaftsmotor sieht.

Durch die enge Verzahnung der „arabischen Liga“ wird auch der Handel untereinander stark vereinfacht. Das kann man sich in etwa wie die europäische Wirtschaftsunion vorstellen. Mit dem Unterschied, dass im arabischen Raum die Gesetzeslage im Finance-Bereich noch weniger restriktiv ist und man hier auch gerne mal den Mut aufbringt, neue Gesetze und Chancen im digitalen Markt zu ergreifen. Auch da kann sich die EU wieder nur eine Scheibe von abschneiden und sollte durchaus mal den Blick über den eigenen Tellerrand wagen: Es könnte sich lohnen!

Da Dubai nur der Anfang ist, gibt es in unmittelbarer Nähe – zum Beispiel im Emirat Abu Dhabi – bereits jetzt einen umfassenden Regulierungsrahmen für Aktivitäten mit virtuellen Vermögenswerten. Hiervon wurde bereits die US-amerikanische Krypto-Börse Kraken – ein wahres Schwergewicht in diesem Bereich – angelockt. Nur logisch: Auch Kraken bemüht sich derzeit um eine Lizenz für den Vertrieb von Kryptowährungen in der arabischen Welt und wird diese auch mit an absoluter Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bekommen. Da stehen dem Nahen Osten wohl goldene Kryptozeiten bevor!

Fazit: Der Nahe Osten wird ein Global Player im Bereich der Kryptos

Wer es vor Jahren noch nicht geglaubt hat: Die Ölmagnaten und allen voran die Scheichs aus den VAE haben sich komplett auf die digitalen Kryptowährungen eingestellt. Vorbei die Zeiten, als alle wirtschaftlichen Geschäfte allein in US-Dollar oder der heimischen Dirham-Währung abgewickelt wurden. Das geballte Potential von Bitcoin, Ethereum, Ether und Tether ist auch in der arabischen Welt angekommen. Dabei nimmt Dubai derzeit eine Vorreiterrolle ein und hat dank des neuen Gesetzes die ersten Grundlagen zur weitergehenden Akzeptanz von Kryptowährungen in der Bevölkerung geschaffen.

Doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und durch die gewinnbringende Wirtschaftsunion in der arabischen Liga ist ferner davon auszugehen, dass noch weitere Staaten aus dem Nahen Osten folgen werden. Mit einem Transaktionsvolumen in Höhe von rund 26 Milliarden US-Dollar entsteht nicht umsonst der wohl drittgrößte Krypto-Hub in dieser Region – nach der Türkei und dem Libanon.

Und das endgültige Potential ist noch gar nicht absehbar, wenn man davon ausgeht, dass die Landbevölkerung ihre heimische Währung sehr bald in diverse Kryptos konvertieren könnte. In den Ländern mit der aufgehenden Sonne wird der Kryptoboom eine Welle lostreten, deren Entwicklung wir heute noch gar nicht in Zahlen erfassen können. Wir sind deshalb sehr gespannt, was man noch im Bezug auf Kryptos und Naher Osten in Zukunft lesen wird. Garantiert.